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RUMI SONQO - das Herz aus Stein


Rumi Sonqo ist ein Wortspiel aus dem Quechua, der indigenen Sprache der Inkas. Rumi heisst Stein und Sonqo Herz. Diese Wortkombination ist hier doppeldeutig zu verstehen. Beginnen wir mal mit dem Herz aus Stein aus der Sicht eines Steines.


Im Inka Schamanismus ist die ganze Welt lebendige Energie. Jedes Wesen, alles was wir sehen ist belebt und wird durchzogen von der einen Quelle, die uns allen Leben einhaucht. Natürlich ist ein Stein also auch belebt, auch wenn sein Herz physisch gesehen ja nur aus Stein sein kann. Alle indigenen Urvölker wissen, dass Steine alle Erinnerungen der Erde tragen und mit allem um sich herum fühlend in Verbindung stehen. Das physische Stein Herz hält den Stein also nicht davon ab, zutiefst verbunden mit dem Leben zu sein. Er ist im Austausch mit der Vibration um sich herum und informiert sensible Wesen mit all dem nötigen Wissen, die der Stein über die Umgebung gespeichert hat. Er bleibt offen und verwundbar für jeden neuen Moment. Er speichert nicht nur, er hat auch die Kraft seine eigene Individualität zu erhalten, denn jeder Stein steht für einen bestimmten Harmonie Aspekt der Erde. Somit hat er auch immer direkt Lösungen parat, wenn negative Energien in sein Feld kommen, weil er nie alleine ist. Er ist ja mit allem verbunden und somit in Kommunikation mit der Natur um sich. Und die Magie der Natur ist zutiefst unterstützend: Wenn der eine ruft, dann kommt der andere. Wenn da also etwas Schweres zu bewältigen ist, um die Harmonie an diesem Ort zu erhalten, dann kommen alle Helfer in Form von Tieren, Pflanzen und den Elementen. Sein Herz aus Stein bedeutet hier also: Erdung, Stabilität, Verlässlichkeit, Vertrauen, Verbundenheit, innere Zufriedenheit, Harmonie, Unterstützung, Kraft und Liebe.


Ganz anders verhält sich das, wenn wir nun weiter gehen zu der anderen Bedeutung eines Herzens aus Stein. Schauen wir uns nun also an, was dies aus der Sicht eines Menschen bedeutet.


Obwohl wir ein fleischiges Herz haben und es uns viel einfacher fallen würde ins Fühlen zu kommen und in die Verbundenheit mit dem Leben, der Liebe und der Quelle an sich, haben uns so viele Erlebnisse, Schocks und Traumen dazu gebracht ein Herz aus Stein zu entwickeln, denn fühlen wurde gefährlich. Wenn man zu viel Gefühl in der Vergangenheit zuliess, dann war das oft mit Schmerzen verbunden. Dieses Herz aus Stein wurde also geformt als Schutzschild. Wir konnten uns von nun an oberflächlich gesehen vor weiteren Verletzungen abschirmen. Wir standen dem Leben, dem Geschehen um uns, den Menschen, Tieren und Elementen in der Folge davon dann irgendwann immer gleichgültiger gegenüber. Alles war irgendwie da, aber nichts konnte mehr richtig mit uns in Kontakt kommen. Dadurch kam eine Einsamkeit in uns hinein, die wir zunächst gar nicht als schlimm einstuften, denn wenigstens waren wir sicher in unserem Kokon aus Stein. Keiner konnte uns mehr was und wir kamen gar nicht auf die Idee, dass in Wahrheit das ganze Universum ein fühlendes, unterstützendes Wesen ist, was uns zutiefst liebt und nährt. Durch unser Herz aus Stein kam nämlich diese pure Liebe der Natur nicht mehr an uns heran, wodurch die Eingangs als ok eingestufte Einsamkeit irgendwann ins Negative umschlug.


Ein Herz aus Stein aus der Sicht eines Menschen bedeutet also hier: innere Kälte, abgetrennt sein, Misstrauen, Kraftlosigkeit, Verzweiflung, Verwirrung und Einsamkeit.


Wir sind hier also in einer Illusion gefangen genommen worden, dass wir abgeschirmt sind und somit sicher. Aber sind wir das wirklich? Die Wahrheit ist doch, dass wir immer verbunden sind mit der Quelle allen Seins. Wir sind auch eigentlich ständig im Austausch mit unserer Umgebung. Das Einzige was fehlt ist, dass wir es fühlen. Wir sind ein Spirit und diese Essenz von uns ist pur und beinhaltet ein absolutes Potential alles zu kreieren, wo wir unsere Aufmerksamkeit hingeben und wird genährt von den Vibrationen, mit denen wir uns füllen; also die wir an uns heranlassen. Alles ist Vibration: jede Nahrung, jede Begegnung, jedes Erlebnis, jede Berührung. Wenn wir uns aber unser Herz aus Stein bewahren, dann sind wir gefüllt mit alten Erinnerungen, Scham, Erlebnissen, Glaubenssätzen, Traumen und Ängsten und genau aus diesem Raum erschaffen wir uns unsere Realität. Es kommen dann von aussen weiterhin Erlebnisse zu uns, wo wir z.Bsp. denken, dass wir ständig angegriffen werden und dass das Leben uns weiterhin verletzen möchte. Wir schirmen uns noch mehr ab, so dass Apathie, Hoffnungslosigkeit und Dumpfheit immer mehr Platz in unserem Herzen einnehmen. Wir werden bestätigt darin, dass es gut ist ein Herz aus Stein zu haben. Das Problem ist nur, dass wir innerlich immer mehr verkümmern und es einfach so hinnehmen, weil wir nicht wissen, wie wir uns befreien können und weil wir keine Ahnung davon haben, wie eine Zukunft möglich sein kann, in der alle Gefühle ok sind und willkommen. Wir fangen an uns zu schämen für die Scham und Schuldgefühle die da in uns sind und die immer grösser werden, trauen uns aber nicht das zuzugeben, oder uns zu öffnen, um das Schweigen zu brechen. Also reden wir uns ein, dass es nunmal so ist, wir machen einfach weiter und kommen unmerklich in diese Ebene des Seins, wo man irgendwie überlebt und so tut als ob alles ok ist.


Durch unsere Verletzungen sind auch nur noch die positiven Gefühle erstrebenswert. Glücklich sein, fröhlich sein, und immer gut drauf sein sind die Zustände hinter denen wir herlaufen. Doch wie soll das gehen, dass diese Gefühle uns wirklich erfüllen, wenn es gar nicht in unserem Herzen ankommen kann? Bedeutet es denn Mensch zu sein, wenn man nur lacht? Genau da stecken wir fest. Wir haben verlernt, dass wir ein bunter Regenbogen an Gefühlen sind, mit so vielen Tönen an hellen und dunklen Farben. Diese Farben zu nutzen und das Bild zu malen, welches zu unserem individuellen Ausdruck passt und mit den Gefühlen des Lebens tanzen zu können ist das, was unsere Erfahrung als Mensch erst lebenswert macht.


Fühlen ist unsere wahre Stärke. Es ist unser Feedback System, um dadurch mit der Aussenwelt zu interagieren. Es ist ok traurig zu sein, es ist ok sich verletzt zu fühlen, Angst zu haben, wütend zu sein, genauso wie es ok ist sich glücklich, entspannt und charismatisch zu fühlen. Alles hat seinen Platz zum richtigen Moment. Es macht soviel mehr Spass der inneren Wahrheit Raum zu geben, wenn es in dem Moment wirklich echt ist und das Gefühl gerade genau den Bereich in uns berührt, der wirklich von Bedeutung ist.


In dem Moment, wo etwas im Aussen passiert was uns verletzt ist eine Möglichkeit zu uns gekommen den inneren Aspekt in uns zu heilen, der diese Verletzung weiterhin anzieht. Da ist etwas in uns, was irgendwann so zerbrochen ist, dass es sich dieses Herz aus Stein geformt hat, um nie wieder sowas Schlimmes fühlen zu müssen. Es wurde einfach eingeschlossen, unterdrückt und am liebsten vergessen. Aber so ist die Natur nicht und als Teil der Natur ist auch so kein Mensch. Unsere Zellen vergessen nicht, unsere Zellen vibrieren und auch wenn da etwas eingeschlossen ist bleibt die Kommunikation mit der Aussenwelt bestehen.


Wir kreieren unser Leben mit dem, was in uns schwingt. Alles, was in unserem versteinerten Herzen gespeichert ist, ruft identische Erlebnisse zu uns. Einweihungen, Schamanische Kraftsitzungen, Zeremonien und generell die Liebe der Natur hilft uns unser Herz aus Stein wieder sanft zu öffnen. Durch diese schamanische Kraft werden wir zudem befähigt alles, was da in uns gespeichert ist, nochmal anzusehen, anzunehmen, zu fühlen und loszulassen, so dass wir uns wirklich von dem Schmerz befreien können. Wir können neu lernen mit unseren Emotionen umzugehen. Wir dürfen traurig sein, verzweifelt, enttäuscht und ängstlich, ohne dass wir darin stecken bleiben, denn das ist nun vorbei. Wir steckten da ja schon die ganze Zeit drin. Nun ist der Moment gekommen sich zu befreien, um dadurch neu lieben zu lernen. Liebe ist nicht nur die romantische Liebe zu einem Partner. Liebe ist Kreation, die sich ausdehnt. Das Leben möchte sich durch uns ausdrücken und wenn wir unsere pure individuelle Essenz wirklich wieder fühlen, was nur mit einem weichen Herzen geht, dann können wir sogar ein aktiver Teil in dieser Schöpfungskraft sein und mitkreieren.


Wenn es dich ruft dein Leben wirklich zu tanzen, dich selbst in allen Aspekten zu lieben und zu wissen, dass du wirklich zu allem fähig bist, dann trittst du bereits ein in die Welt der Natur und nimmst den Platz ein, der für dich vorgesehen ist. Die Frage ist nur, was willst du wirklich? Und dann stärke diese Vibration deiner Wahl und deines puren Willens und wisse, dass die Natur immer für dich da ist.


Denk immer daran: Wenn der eine ruft, dann kommt der andere!


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